Die ehrliche Antwort zuerst: Es gibt keinen Quadratmeterpreis für Büroreinigung, der ohne einen Blick auf Ihr Objekt seriös wäre. Es gibt aber eine nachvollziehbare Rechenlogik, eine tarifliche Untergrenze und Erfahrungswerte, mit denen Sie jedes Angebot einordnen können — und genau die finden Sie in diesem Artikel. Wenn Sie lieber direkt rechnen: Unser Preisrechner übersetzt Fläche, Branche und Reinigungsrhythmus in eine monatliche Spanne, unverbindlich und ohne Angabe von Kontaktdaten. Und was eine professionelle Büroreinigung im Einzelnen umfasst, haben wir dort ebenfalls transparent aufgeschlüsselt.
Dieser Artikel erklärt, wie ein Reinigungspreis in Berlin 2026 tatsächlich zustande kommt: aus welchen Bestandteilen sich der Stundenverrechnungssatz zusammensetzt, warum der Tariflohn der Gebäudereinigung jede seriöse Kalkulation nach unten begrenzt, welche Eigenschaften Ihres Büros den Preis nach oben oder unten bewegen — und woran Sie erkennen, dass ein verdächtig günstiges Angebot Sie am Ende mehr kostet als ein solides.
Die Orientierung: womit Sie rechnen sollten
Büroreinigung wird in Deutschland üblicherweise als monatliche Pauschale angeboten, die sich aus drei Größen ergibt: der Fläche, dem Reinigungsrhythmus und der Zeit, die eine Reinigungskraft pro Quadratmeter benötigt. Als grobe Einordnung für ein durchschnittliches Berliner Büro gilt: Bei einer Reinigung an zwei bis drei Tagen pro Woche liegt die monatliche Pauschale meist zwischen 1,50 € und 2,50 € pro Quadratmeter, bei täglicher Reinigung zwischen 3 € und 4,50 €. Ein kleines Büro mit 300 m² und zwei Reinigungen pro Woche bewegt sich damit in der Größenordnung von 450 € bis 750 € im Monat; dieselbe Fläche täglich gereinigt kostet das Doppelte bis Dreifache.
Diese Spannen sind bewusst breit, denn sie decken sehr unterschiedliche Objekte ab — vom aufgeräumten Großraum mit glatten Böden bis zur kleinteiligen Altbau-Etage mit drei Teeküchen. Ein Anbieter, der Ihnen ohne Besichtigung einen exakten Preis nennt, hat entweder großzügig Sicherheitsaufschläge einkalkuliert oder wird später nachverhandeln. Beides ist für Sie teurer als ein Preis, der auf einer ernsthaften Bestandsaufnahme beruht.
Wie sich der Preis zusammensetzt: die Kalkulation hinter der Pauschale
Reinigung ist Personaldienstleistung. Je nach Objekt entfallen 75 bis 85 Prozent der Kosten auf Löhne und Lohnnebenkosten — Material, Maschinen, Anfahrt, Verwaltung und Gewinn teilen sich den Rest. Wer verstehen will, was Büroreinigung kostet, muss deshalb nur eine Rechnung nachvollziehen:
Monatspreis = Fläche ÷ Flächenleistung × Stundenverrechnungssatz × Reinigungen pro Monat
Die Flächenleistung beschreibt, wie viele Quadratmeter eine Reinigungskraft pro Stunde schafft. In offenen Büroflächen mit wenig Mobiliar sind 250 bis 300 m² pro Stunde realistisch; in kleinteiligen Fluren mit vielen Einzelbüros, Besprechungsräumen und Sanitärbereichen sinkt der Wert deutlich, teils unter 200 m². Genau hier entscheidet sich Ihr Preis — nicht am Putzmittel.
Der Stundenverrechnungssatz ist der Preis einer Arbeitsstunde inklusive aller Nebenkosten. Er besteht aus dem Tariflohn, den Arbeitgeberanteilen zur Sozialversicherung, bezahltem Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Zuschlägen, Material und Geräten, Anfahrt, Objektleitung und Verwaltung sowie der Marge des Unternehmens. In der Gebäudereinigung liegt dieser Vollkostensatz 2026 je nach Betrieb und Leistung typischerweise zwischen 26 € und 34 € pro Stunde. Wer deutlich darunter anbietet, spart an einer dieser Positionen — und keine davon lässt sich streichen, ohne dass Sie es im Ergebnis oder im Risiko merken.
Der Tariflohn 2026: die Untergrenze jeder seriösen Kalkulation
Die Gebäudereinigung ist eine der wenigen Branchen mit einem allgemeinverbindlichen Branchentarifvertrag: Er gilt für jeden Betrieb, der Reinigungsleistungen erbringt — unabhängig davon, ob er tarifgebunden ist oder nicht. Seit dem 1. Januar 2026 beträgt der tarifliche Stundenlohn in der Lohngruppe 1 (Unterhaltsreinigung) 15,00 €; in der Lohngruppe 6 (Glas- und Fassadenreinigung) sind es 18,40 €. Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 €.
Aus dem Tariflohn lässt sich die Untergrenze eines ehrlichen Angebots ableiten. Auf 15,00 € Stundenlohn kommen rund 25 bis 30 Prozent Arbeitgeberanteile und Lohnnebenkosten — damit kostet die reine Arbeitsstunde den Betrieb bereits über 19 €, bevor ein einziger Wischmopp, eine Anfahrt oder eine Objektleiterin bezahlt ist. Ein Angebot mit einem Verrechnungssatz um 20 € kann deshalb rechnerisch nicht sauber kalkuliert sein: Es funktioniert nur mit unbezahlter Mehrarbeit, mit Subunternehmerketten oder mit einer Flächenleistung, die auf dem Papier steht und im Objekt nicht zu schaffen ist.
Ein Reinigungspreis, der unter den Tariflohnkosten liegt, ist kein günstiges Angebot. Er ist die Ankündigung, dass an Ihrer Qualität oder am Personal gespart wird.
Was das für Sie als Auftraggeber bedeutet — auch rechtlich —, haben wir im Artikel zur Auftraggeberhaftung bei Reinigungsdienstleistern ausführlich aufgeschrieben.
Was Ihren Preis nach oben oder unten bewegt
Sieben Eigenschaften Ihres Objekts bestimmen den Preis stärker als alles andere:
Reinigungsrhythmus. Der größte Hebel. Zwischen einer Reinigung pro Woche und täglicher Reinigung liegt etwa der Faktor fünf in der Monatspauschale. Zugleich sinkt der Preis pro Einzelreinigung mit der Frequenz leicht, weil sich Anfahrt und Rüstzeiten verteilen und weniger aufgelaufene Verschmutzung pro Termin zu bewältigen ist. Welcher Rhythmus zu Ihrer Nutzung passt, hängt von Belegung und Publikumsverkehr ab — dazu unser Leitfaden zu Reinigungsintervallen.
Flächenstruktur. Ein offenes Loft reinigt sich schneller als dieselbe Fläche verteilt auf zwölf Einzelbüros, zwei Teeküchen und drei Sanitärräume. Türen, Ecken, Möbeldichte und Bodenwechsel kosten Zeit.
Sanitär- und Küchenanteil. Sanitärräume und Teeküchen brauchen ein Mehrfaches der Zeit pro Quadratmeter, dazu eigenes Material und eigene Hygieneabläufe. Zwei Büros mit gleicher Gesamtfläche können sich allein deshalb um 20 Prozent im Preis unterscheiden.
Bodenbeläge. Teppich verlangt anderes Gerät und andere Intervalle als Vinyl oder Parkett; empfindliche Böden verlangsamen die Arbeit.
Publikumsverkehr und Belegung. Ein Büro mit Kundenempfang und voller Präsenz verschmutzt schneller als eine hybrid genutzte Fläche mit 40 Prozent Auslastung. Seriöse Anbieter fragen danach — pauschale Preise tun es nicht.
Reinigungszeiten. Reinigung während der Bürozeiten ist günstiger als Nachtarbeit mit Zuschlägen, verlangt aber abgestimmte Abläufe. Randzeiten am frühen Morgen oder Abend sind der übliche Kompromiss.
Zusatzleistungen. Glasreinigung, Grundreinigung ein- bis zweimal jährlich, Winterdienst oder Verbrauchsmaterial-Management werden getrennt kalkuliert. Ein Vergleich lohnt nur, wenn alle Angebote denselben Leistungsumfang enthalten — wie Sie den sauber definieren, zeigt unsere Anleitung zum Leistungsverzeichnis.
Pauschale, Stundensatz oder Quadratmeterpreis?
In Angeboten begegnen Ihnen drei Preismodelle. Die Monatspauschale ist der Standard für regelmäßige Unterhaltsreinigung: planbar für beide Seiten, vergleichbar, und sie setzt den Anreiz richtig — bezahlt wird das Ergebnis, nicht die Anwesenheit. Der Stundensatz passt für Sonderleistungen und schwer planbare Einsätze; als Dauerlösung verschiebt er das Effizienzrisiko komplett zu Ihnen. Der reine Quadratmeterpreis schließlich taugt als Vergleichszahl, verführt aber zu Äpfel-Birnen-Vergleichen, wenn Rhythmus und Leistungsumfang nicht identisch sind.
Ein belastbares Angebot weist im Zweifel alle drei Größen aus: die Pauschale, die kalkulierte Stundenzahl dahinter und den daraus folgenden Quadratmeterwert. So sehen Sie sofort, ob die Kalkulation zu Ihrem Objekt passt oder ob mit einer Flächenleistung gerechnet wurde, die keine Reinigungskraft dauerhaft schafft.
Rechenbeispiel: 500 m² Büro in Berlin
Nehmen wir ein typisches Berliner Büro: 500 m², Mischung aus Großraum und Einzelbüros, zwei Teeküchen, zwei Sanitärbereiche, Reinigung an drei Abenden pro Woche. Eine realistische Flächenleistung für diese Struktur sind rund 230 m² pro Stunde — also etwa 2,2 Stunden pro Reinigung. Bei 13 Reinigungen im Monat ergeben sich rund 28 Arbeitsstunden. Mit einem Vollkostensatz von 29 € pro Stunde landet die Kalkulation bei einer Monatspauschale von etwa 820 €, umgerechnet rund 1,65 € pro Quadratmeter.
Dasselbe Büro täglich gereinigt: rund 48 Stunden im Monat, etwa 1.400 € Pauschale, 2,80 € pro Quadratmeter. Und mit nur einer wöchentlichen Reinigung: rund 10 Stunden, etwa 290 € — dafür sichtbar aufgelaufener Schmutz zwischen den Terminen. Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel, keine Preisliste; sie zeigen aber, in welcher Größenordnung sich ein ehrliches Angebot für ein solches Objekt bewegen muss. Weicht ein Angebot um 40 Prozent nach unten ab, wurde nicht besser gerechnet, sondern etwas weggelassen.
Warum der billigste Anbieter selten der günstigste ist
Der Preisunterschied zwischen einem soliden und einem aggressiv billigen Angebot liegt für ein mittleres Büro oft bei 150 € bis 300 € im Monat. Dem stehen die typischen Folgekosten des Billigangebots gegenüber: ständig wechselndes Personal, das Ihr Objekt nicht kennt; Reklamationsschleifen, die Ihre eigenen Leute Arbeitszeit kosten; nicht erbrachte, aber abgerechnete Leistungen, die niemand kontrolliert; und im schlechtesten Fall ein Anbieter, der über Subunternehmer arbeitet, deren Beschäftigungsverhältnisse Sie nicht einsehen können. Hinzu kommt der Wechsel selbst, wenn es nicht funktioniert — mit Kündigungsfrist, Neuausschreibung und Einarbeitung. Was ein geordneter Anbieterwechsel bedeutet, beschreibt unsere Checkliste zum Wechsel der Reinigungsfirma.
Rechnet man diese Posten ein, ist das mittlere Angebot mit sauberer Kalkulation, eigenem Personal und erreichbarer Objektleitung fast immer das wirtschaftlichste. Der Preis pro Quadratmeter ist eine wichtige Zahl — aber er ist nicht die Rechnung, die am Jahresende zählt.
So kommen Sie zu einem belastbaren Preis
Der kürzeste Weg zu einem echten Preis führt über drei Schritte. Erstens: Verschaffen Sie sich mit dem Preisrechner eine Spanne für Ihre Eckdaten — Fläche, Branche, Rhythmus. Zweitens: Lassen Sie das Objekt besichtigen; eine seriöse Bestandsaufnahme dauert selten länger als eine halbe Stunde und ist die Grundlage jeder haltbaren Pauschale. Drittens: Fordern Sie ein schriftliches Angebot mit ausgewiesener Stundenkalkulation und klar definiertem Leistungsverzeichnis an — dann vergleichen Sie Angebote, die diesen Namen verdienen.
Misstrauen Sie jedem Preis, der ohne diese Schritte zustande kommt. Ihr Büro ist kein Durchschnittsobjekt, und ein Preis, der für den Durchschnitt kalkuliert wurde, passt am Ende niemandem — außer dem, der ihn geschrieben hat.